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08.10.2026 -

Welcher Standort passt zu meiner Gründung?

Einleitung

„Home Sweet Home“ oder strategische Standortwahl – für eine erfolgreiche Gründung können beide Wege richtig sein. Entscheidend ist, welche Voraussetzungen das Unternehmen für seine weitere Entwicklung benötigt.

Junge Frau sitzt in einem Sessel in einem Foyer. Sie trägt einen Blazer und lächelt.

© Getty Images/Hill Street Studios

Viele Gründende starten ihr Unternehmen an ihrem Heimatort. Eine naheliegende Entscheidung: Vertraute Strukturen, kurze Wege sowie persönliche und berufliche Kontakte können den Start in die Selbstständigkeit erleichtern. Auch der Aufbau regionaler Netzwerke sowie der Zugang zu potenziellen Kunden, Kooperationspartnern und Unterstützern können einfacher sein, wenn man die Region bereits kennt. Für viele Vorhaben ist das eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung.

Gleichzeitig können je nach Geschäftsmodell weitere Faktoren an Bedeutung gewinnen. Fachkräfte, Forschungseinrichtungen oder spezialisierte Netzwerke spielen dabei häufig eine wichtige Rolle. Für Gründende, die ihr Unternehmen gezielt weiterentwickeln möchten, lohnt sich daher ein Blick auf die regionalen Schwerpunkte verschiedener Innovationsökosysteme.

Die de:hub-Initiative: Netzwerke für Zukunftsthemen

Wie solche spezialisierten Innovationsökosysteme in der Praxis aussehen können, zeigt die de:hub-Initiative. Sie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung ins Leben gerufen. Ihre Mission: Die Vernetzung von Start-ups, Unternehmen, Wissenschaft und Investoren in derzeit 25 regionalen Zentren mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten. Hier treffen Gründungsszene, Mittelstand und Forschung aufeinander, um gemeinsam neue Ideen und Technologien voranzubringen. Die Themen reichen von Künstlicher Intelligenz und DeepTech über Logistik und FinTech bis hin zu GreenTech und Gesundheit.

Die folgenden vier Beispiele zeigen, wie sich Innovationsökosysteme aus gewachsenen regionalen Schwerpunkten entwickelt haben:

Stuttgart: Starkes Fundament für Future Industries

Wer an Lösungen für Industrie 4.0, intelligente Produkte, Mobilität oder Künstliche Intelligenz arbeitet, benötigt Unternehmen als Entwicklungspartner, Pilotkunden und erste Anwender neuer Technologien. Der Standort Stuttgart baut dabei auf eine lange industrielle Tradition auf. Die Region gehört zu den bedeutendsten Automobil- und Maschinenbaustandorten Deutschlands und ist Heimat zahlreicher Industrieunternehmen und technologieorientierter Mittelständler. Aus diesem Umfeld heraus hat sich ein Ökosystem entwickelt, das industrielle Kompetenz mit Digitalisierung und Zukunftstechnologien verbindet. Der de:hub Future Industries Stuttgart konzentriert sich deshalb auf Themen wie Smart Products, Mobility, KI, Robotik und Industrie 4.0.

Potsdam: Vom Filmstandort zum MediaTech-Hub

Medientechnologien beschränken sich längst nicht mehr auf Film und Fernsehen. Anwendungen aus den Bereichen Sprach- und Bilderkennung, Künstliche Intelligenz oder Extended Reality kommen heute in vielen Branchen zum Einsatz. Potsdam und der Stadtteil Babelsberg sind seit mehr als einem Jahrhundert eng mit der deutschen Film- und Medienwirtschaft verbunden. Rund um die Filmstudios, Medienunternehmen und Forschungseinrichtungen hat sich ein Umfeld entwickelt, in dem kreative und technologische Kompetenzen zusammenkommen. Der de:hub MediaTech Potsdam knüpft an diese Tradition an und verbindet Medientechnologien mit Zukunftsthemen wie KI, Extended Reality sowie Sprach- und Bilderkennung.

Osnabrück/Hannover: Landwirtschaft trifft FoodTech

Gründungen im Bereich Landwirtschaft, Ernährung oder FoodTech profitieren von einem engen Austausch mit landwirtschaftlichen Betrieben, der Lebensmittelwirtschaft und der Wissenschaft.

Dass sich dieser Schwerpunkt in der Region Osnabrück-Hannover entwickelt hat, kommt nicht von ungefähr: Niedersachsen gehört zu den wichtigsten Agrarstandorten Deutschlands. Auf dieser Grundlage hat sich ein Innovationsökosystem entwickelt, das traditionelle Agrarwirtschaft mit neuen Technologien verbindet. Im de:hub AgriFood Osnabrück/Hannover arbeiten Unternehmen, Forschung und Start-ups daran, nachhaltige Lösungen für die Land- und Ernährungswirtschaft zu entwickeln.

Jena: Mit Lichttechnologien die Zukunft gestalten

Optische Technologien gehören zu den Schlüsseltechnologien vieler Zukunftsbranchen. Sie finden Anwendung unter anderem in der Mikroskopie, Sensorik, Medizintechnik oder Lasertechnik. Die Wurzeln dieses Schwerpunkts liegen in der langen Tradition Jenas als Optik- und Photonikstandort. Unternehmen wie Zeiss sowie die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie haben die Region über Jahrzehnte geprägt. Heute treffen dort Kompetenzen in Mikroskopie, Lasertechnik und Sensorik auf digitale Technologien wie KI, Internet of Things sowie Augmented und Virtual Reality. Der de:hub Phototonics & Digital Experience Jena baut auf dieser Verbindung aus Forschung, Hightech und Unternehmertum auf.

Checkliste: Passt ein Standort zu meinem Start-up?

Unsere vier Beispiele verdeutlichen, wie unterschiedlich regionale Innovationsökosysteme ausgeprägt sein können. Wer prüfen möchte, ob ein Standort zum eigenen Gründungsvorhaben passt, kann sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Gibt es Hochschulen oder Forschungseinrichtungen in meinem Themenfeld?
  • Gibt es vor Ort potenzielle Kunden, Industriepartner oder Pilotanwender?
  • Gibt es aktive Investoren und Business Angels?
  • Welche Acceleratoren und Inkubatoren sind vor Ort?
  • Welche Förderangebote kommen infrage?
  • Wie gut ist der Zugang zu Fachkräften?
  • Welche Unternehmen und Netzwerke prägen die Region?

Fazit: Der passende Standort hängt von den eigenen Anforderungen ab

Es gibt nicht den einen idealen Gründungsstandort. Entscheidend ist vielmehr, welche Kompetenzen, Netzwerke und Partner für das eigene Vorhaben relevant sind. Wer sich mit den Besonderheiten verschiedener Regionen beschäftigt, kann gezielt nach einem Umfeld suchen, das die Entwicklung des eigenen Unternehmens unterstützt. Und wenn die passenden Perspektiven vorhanden sind, ist dabei auch das Prinzip „Home Sweet Home“ der richtige Weg.

Mehr zur de:hub-Initiative

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