Dafür, möglichst viele Ideen zu finden, eignen sich vor allem das Brainstorming und das Brainwriting.
Brainstorming
Ziel
Brainstorming ist die am häufigsten genutzte Methode zur Ideenfindung. Bei einem Brainstorming geht es darum, möglichst viele neue Ideen zu sammeln. Es eignet sich besonders für die Bereiche, in denen viele verschiedene Problemlösungen denkbar und Einfälle gewünscht sind. Weniger geeignet ist die Methode bei engen und schwierigen Problemstellungen, für die es nur wenige Lösungen oder womöglich nur eine einzige Lösung gibt (hier kann die Merkmalsauflistung helfen).
Problemstellung (Beispiel)
- Mit welchem Slogan könnte unsere Firma werben?
Zeit
20 bis 40 Minuten
Umsetzung
Es sollten nicht mehr als sechs bis zehn Teilnehmer dabei sein. Sie sollen spontan und ungehemmt eine große Anzahl von Ideen zu einem Thema oder einem Problem äußern. Quantität geht vor Qualität, jede Idee ist gefragt und wird notiert, auch scheinbar verrückte Ideen. Die Teilnehmer sollen dabei bereits geäußerte Ideen auch aufgreifen und weiterentwickeln. Alle Einfälle werden später gemeinsam bewertet. Erst dann ist konstruktive Kritik erlaubt und erwünscht. Nicht zuletzt müssen die Ideen dabei auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft werden. Die besten werden anschließend aufgegriffen und weiterentwickelt.
Praxistipp
Das Brainstorming eignet sich am besten für Gruppen mit gleich starken Gruppenmitgliedern. Ist die Gruppe anders „gestrickt“, so kann es sein, dass eher zurückhaltende Gruppenmitglieder mit ihren Ideen nicht zum Zuge kommen oder sich hinter wortstarken Teilnehmern verstecken (hier kann die Brainwriting-Methode helfen). Der Moderator hat die Aufgabe, stille Teilnehmer zu animieren, dominierende zu „bremsen“, nachlassende Ideenflüsse durch Reizfragen zu stimulieren, darauf zu achten, dass sich die Gruppe nicht vom Thema entfernt und zu gewährleisten, dass das Brainstorming nicht aus dem Ruder läuft (z.B. dadurch, dass Beiträge kritisiert oder sogar „abgewürgt“ werden). Er muss auf Killerphrasen achten und diese sofort unterbinden.
Brainwriting-Methode 6-3-5
Ziel
Beim Brainwriting geht es – wie auch beim Brainstorming – darum, möglichst viele neue Ideen zu sammeln. Das tut jeder Teilnehmer zunächst still für sich. Auf diese Weise sind garantiert alle Gruppenmitglieder an der Ideenfindung beteiligt. Weniger geeignet ist die Methode bei engen und schwierigen Problemstellungen, für die es nur wenige Lösungen oder womöglich nur eine einzige Lösung gibt (hier kann die Merkmalsauflistung helfen).
Problemstellung (Beispiel)
- Welche zusätzlichen Produkte könnte unsere Firma anbieten?
Zeit
30 bis 40 Minuten
Umsetzung
Die Brainwriting-Methode 6-3-5 heißt so, weil sechs Teilnehmer jeweils drei Ideen in jeweils fünf Minuten in ein Formblatt eintragen. Am besten sitzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dafür in Sechser-Gruppen im Kreis. Alle erhalten ein Blatt Papier mit einem Raster für ihre Einträge.
| Vorlage für Brainwriting: Brainwriting Methode 6-3-5 (6 Teilnehmer, 3 Ideen, 5 Minuten) | |||
|---|---|---|---|
| Fragestellung: | |||
| Idee 1 | Idee 2 | Idee 3 | |
| Runde 1 | |||
| Runde 2 | |||
| Runde 3 | |||
| Runde 4 | |||
| Runde 5 | |||
| Runde 6 | |||
Jeder Teilnehmer notiert nun in der ersten waagerechten Zeile 3 Lösungsmöglichkeiten für die genannte Problemstellung. Dies soll innerhalb von 5 Minuten geschehen. Anschließend gibt er sein Blatt in Uhrzeigerrichtung an den Nachbarn zur Rechten weiter. Jeder Teilnehmer liest sich nun die Lösungsideen seines Vorgängers durch und trägt in die zweite Zeile 3 weitere Ideen ein: entweder eine Ergänzung oder Weiterentwicklung der ersten 3 Lösungsvorschläge oder völlig neue Ideen. Die Blätter werden wiederum nach weiteren 5 Minuten weitergereicht. Dies geschieht insgesamt 5 Mal. So können in 30 Minuten insgesamt 108 Ideen entwickelt und festgehalten werden.
Praxistipp
Bei dieser Methode hat – anders als beim Brainstorming – jedes Gruppenmitglied die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln und einzubringen. So entstehen bei geringem Zeitaufwand jede Menge Ideen, die zudem von den anderen Mitgliedern mit deren eigenen Einfällen kombiniert und weitergesponnen werden. Der Moderator sollte den Teilnehmern mitteilen, dass sie nicht unbedingt jedes Kästchen ausfüllen müssen. Ein solcher Druck würde die Kreativität nur blockieren.