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Start-up: Pressearbeit?

Hinweis: Der BMWE-Infopool wird nicht mehr aktualisiert. Bitte beachten Sie, dass Fragen und Antworten aus den zurückliegenden Jahren gespeichert werden und sich rechtliche Voraussetzungen inzwischen geändert haben können. Den Zeitpunkt der Beantwortung einer Frage finden Sie am Ende eines Textblocks. Für Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt das BMWE keine Verantwortung. Die enthaltenen Informationen sind kein Ersatz für eine persönliche und individuelle Existenzgründungs-, Steuer- und/oder Rechtsberatung. Wir bieten Ihnen ausschließlich eine erste Orientierung, welche Aspekte im Falle einer Existenzgründung zu beachten sind.

Frage

Als Anbieter akustisch wirksamer Designobjekte bedienen wir eine Nische, die momentan stark wächst. Noch ist unser Konzept, Designobjekte an der Wand anzubringen, die einerseits eine künstlerische, andererseits auch eben eine schalldämmende Wirkung haben, in Deutschland relativ neu. Dennoch bekommen wir leider schlecht einen Fuß in die Tür der Redaktionen. Bisher sprechen wir gezielt die passenden Ressorts an und senden kurze und knackige Informationen und Fotos in einer pdf-Datei. Haben Sie einen Rat, wie man es als "No-Name"-Unternehmen in die Fachpresse schafft? Erste Reaktionen sind immer positiv, ganz verkehrt scheint unsere Idee nicht zu sein. Vielleicht bereiten wir die Kontaktaufnahme ineffektiv nach?

Antwort

Zeitungsredaktionen dürfen grundsätzlich über alles berichten, was von öffentlichem Interesse ist. Was darunter fällt, legt die Redaktion im eigenen Ermessen fest. Allerdings muss unter presse- und wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten die damit verbundene Werbung für ein Unternehmen auf das absolut notwendige Maß beschränkt sein.

Mit PR-Berichten über Unternehmen oder deren Produkte tun sich die meisten Redaktionen daher sehr schwer. Hinzu kommt, dass sich Printmedien weitgehend über Anzeigen finanzieren, also mit kostenlosen PR-Berichten sich selbst wirtschaftlichen Schaden zufügen. Ein Nachbereiten von Kontaktaufnahmen macht meistens wenig Sinn und ist oft auch kontraproduktiv. Wenn Sie erfolgreich sein wollen, sollten Sie vorher ansetzen und dabei viele kleine Verstellschrauben richtig einstellen.

Technische Voraussetzungen

  • Senden Sie Bild- und Textmaterial in einem Format zu, mit dem es sich einfach per Copy & Paste ins Satzsystem übernehmen lässt, also nicht als PDF, sondern als Text- und Bilddatei.
  • Kurze Texte haben zumeist eine größere Chance, in den Druck zu gehen, da sie als Lückenfüller dienen. Sie werden zudem wesentlich intensiver gelesen. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Scheuen Sie nicht davor zurück, einen Profifotografen mit dem Anfertigen der Bilder zu beauftragen. Schließen sie mit diesem unbedingt einen Lizenzvertrag ab, der Sie zur Verwendung der Bilder für PR-Arbeit und die Zeitungen zum kostenlosen Abdruck berechtigt. Ganz wichtig: Auf Fotos gehören immer Menschen. Von allen Personen auf den Fotos sollten Sie sich schriftlich eine Genehmigung zur Publikation einholen. Weisen Sie die Redaktionen darauf hin, dass die Bilder kostenfrei verwendet werden dürfen. Versenden Sie immer mehrere Fotomotive im Hoch- und Querformat.
  • Schreiben Sie keine zu langen Texte. Am besten, Sie zählen aus, wie viel Buchstaben ein durchschnittlicher Artikel in den von ihnen ausgewählten Zeitungen enthält und orientieren Sie sich daran. Reichen Sie ebenfalls Vorschläge für Überschriften ein. Orientieren Sie sich dabei an der Schriftgröße und Spaltenbreite der Zeitungen. Versehen Sie alle Bilder mit Bildtexten. Bedenken Sie immer: Eine Überschrift entscheidet, ob der Leser mit dem Lesen beginnt. Der erste Satz des Artikels entscheidet, ob er weiter liest.
  • Legen Sie immer eine zweite Pressenotiz mit Hintergrundinformationen als Fülltext bei.

Inhaltliche Voraussetzungen

Berichte, die nur über Unternehmen oder deren Produkte handeln, sind für Leser und Redaktionen meistens langweilig. Sie führen häufig dazu, dass die Redaktionen nach Veröffentlichung sich Anfragen anderer Unternehmen gegenüber sehen und im schlimmsten Fall ihre Anzeigenkunden vergraulen.

Besser:

  • Sie schreiben einen Text über neue Tendenzen beim akustischen Raumdesign und weben in diesen Text ihr Thema ein. Wenn ihr Unternehmen einmal im Text erwähnt wird (z.B. indem Sie sich selbst zitieren, einen Hinweis auf ihre Webseite geben usw.) ist dies völlig ausreichend.
  • Frönen Sie dem alten PR-Grundsatz "Tue Gutes und rede darüber". Spendieren Sie einer Schule, einem Kindergarten usw. ein Produkt ihres Unternehmens und bitten Sie den Förderverein und/oder einen Prominenten (z.B. Bürgermeister), der die Einweihung vornimmt, über seinen Presseverteiler die Presse einzuladen. Ggf. finanzieren Sie die Spendenaktion über Crowdfunding (z.B. über www.startnext.de).
  • Beteiligen Sie sich an Design- bzw. Gründerwettbewerben. Wenn Sie dabei einen Preis gewinnen, kommen Sie fast automatisch in die Medien.
  • Evtl. ist auch eine Vernissage mit ihren Designprodukten eine gute Möglichkeit, in die Medien zu kommen.
  • Treten Sie an alle Medien heran, auch solche, die nicht primär für Sie von Interesse sind (z.B. lokale Fernsehsender, Lokalzeitungen, ganz wichtig Blogger usw.). Mit ein wenig Glück können Sie damit eine Medienkarriere für Ihr Thema lostreten.

Quelle: Wilfried Tönnis, M.A.
Institut für Existenzgründung u. Unternehmensführung
August 2015

Tipps der Redaktion:

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