Navigation

29.06.2026 -

Global Entrepreneurship Monitor: Länderbericht zeigt weiter hohe Gründungsdynamik in Deutschland

Einleitung

Die Gründungsaktivität in Deutschland bleibt auf hohem Niveau, wie der Länderbericht 2025/26 des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) bestätigt. Zugleich verändert sich die Struktur der Gründungen spürbar.

Junge Frau und junger Mann sitzen einem anderen Mann am Schreibtisch gegenüber. Die beiden Männer schütteln sich die Hände.

© iStock/gradyreese

Der positive Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: 2025 lag der Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die sich in einer frühen Phase der Gründung befanden, bei 13,0 Prozent. Zum Vergleich: 2024 lag der Anteil bei knapp 10 Prozent. Auch im internationalen Vergleich rückt Deutschland vor und erreicht erstmals das obere Viertel vergleichbarer Volkswirtschaften: Unter 26 Ländern belegt Deutschland Platz sechs.

Mehr Frauen und jüngere Gründende

Dabei verändert sich die Zusammensetzung der Gründerlandschaft merklich. Frauen gründen häufiger als noch vor wenigen Jahren und erreichen mit 10,9 Prozent einen neuen Höchststand, bei Männern liegt die Quote bei 15,0 Prozent. Insgesamt entfallen inzwischen rund 42 von 100 Gründungen auf Frauen. Besonders hoch ist die Gründungsaktivität bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte: Mit 18,8 Prozent gründen sie deutlich häufiger als Personen ohne Migrationshintergrund.

Die Gründerszene verjüngt sich zudem weiter. Vor allem die 18- bis 24-Jährigen sowie die 25- bis 34-Jährigen beteiligen sich häufiger am Gründungsgeschehen; in der jüngsten Altersgruppe hat sich der Anteil seit 2018 nahezu verdoppelt. Junge Menschen schätzen ihre Gründungschancen besonders positiv ein.

Motive, Netzwerke und Rahmenbedingungen

Die Motive für eine Gründung bleiben vielfältig. Viele streben nach einem höheren Einkommen oder größerem Wohlstand, zugleich gewinnt ein weiteres Motiv an Gewicht: Immer mehr Menschen gründen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Damit spiegeln die Daten sowohl chancengetriebene als auch notwendigkeitsgetriebene Gründungen wider.

Persönliche Einflüsse spielen beim Weg in die Selbständigkeit eine wichtige Rolle: Rund 60 Prozent der Gründenden nennen Vorbilder als entscheidenden Impuls, häufig aus dem privaten oder beruflichen Umfeld. Business-Netzwerke aus früheren Anstellungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Bei der Bewertung der gründungsbezogenen Rahmenbedingungen liegt Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Positiv hervorgehoben werden öffentliche Förderangebote, während die schulische Gründungsausbildung weiterhin als ausbaufähig gilt.

Fokus auf Innovation und Künstlicher Intelligenz

Ein zentrales Merkmal vieler Gründungen ist die Ausrichtung auf Innovation: Knapp 12 Prozent bringen neue Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt. Mehr als die Hälfte der befragten Gründenden messen zudem sozialen und ökologischen Aspekten eine hohe Bedeutung bei. Auch Künstliche Intelligenz gewinnt an Einfluss: Ein Viertel der Gründenden sieht sie als wichtigen Faktor für das eigene Geschäftsmodell. Zunehmend an Bedeutung gewinnen zudem wissenschaftsbasierte Ausgründungen. Ein Teil der Gründenden entwickelt Geschäftsideen aus Hochschulen oder Forschungseinrichtungen heraus, häufig mit starkem Fokus auf Innovation und Schutzrechte.

Über den Global Entrepreneurship Monitor

Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) ist eine international vergleichende Studie, die Gründungsaktivitäten und -bedingungen in zahlreichen Ländern untersucht. Er gilt als weltweit größte Erhebung zum Gründungsgeschehen. Die darin erhobenen Daten geben einen differenzierten Einblick, wer aus welchen Motiven und unter welchen Rahmenbedingungen gründet. Der deutsche GEM-Länderbericht wird jährlich vom RKW Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Thünen-Institut erstellt.

Mehr Informationen

Hören Sie zu den Ergebnissen des Global Entrepreneurship Monitor 2025/26 auch die aktuelle Podcast-Folge des RKW Kompetenzzentrums.

Hotline 030-340 60 65 60 Für allgemeine Fragen
Montag bis Donnerstag: 8:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
nach oben